Von den Glücks-Spitzen

Fragen & Antworten

Für wen eignet sich ein Spitz?

Spitze sind besonders anpassungsfähig und wenig auf bestimmte Aufgaben spezialisiert. Daher können sie sich sowohl bei älteren Menschen wohlfühlen als auch bei jungen Familien, bei Einzelpersonen wie auch in einem trubeligen Haushalt, begleiten ihre Menschen ebenso gerne bei sportlichen Aktivitäten wie auf ruhigen Spaziergängen. Wir haben unseren ersten (Wolfs-) Spitz in einer Mietwohnung aufgezogen, was genauso gut geklappt hat wie in einem Haus mit Garten. Man braucht keine jahrelange Hundeerfahrung, um seinem Spitz gerecht zu werden, er ist durchaus auch ein Hund für Ersthunde-Halter. Und was man kaum vermuten würde: Das wunderschöne Spitz-Fell stellt für die meisten Tierhaar-Allergiker kein Problem dar!

Wie aufwändig ist die Fellpflege?

IMG_5431klSpitze haben ein ausgesprochen schönes, dichtes und dennoch pflegeleichtes Fell, das ca. 3 Jahre braucht, bis es fertig ist. Es ist ratsam, dem Welpen anzugewöhnen, das Bürsten als etwas intensiveres Kraulen zu tolerieren; später bürsten wir eigentlich nur noch während des Fellwechsels im Frühjahr und Herbst etwas häufiger oder bei nennenswerter Verschmutzung. Viele bürsten die Hunde dabei grundsätzlich gegen den Strich, damit das Haar schön absteht und das Fell gut durchlüftet ist. Trockener Schmutz fällt so einfach von alleine aus. Kommt man von einem Spaziergang bei „Sauwetter“ nach Hause, empfiehlt es sich, dem Hund eine kurze „Unterbodendusche“ mit klarem Wasser angedeihen zu lassen, danach abtrocknen, fertig. Anders als bei kurzhaarigen Hunden lassen sich Haare, die sich doch mal  in der Wohnung finden, leicht  entfernen, da sie sich nicht in Kleidung oder Teppiche hineinbohren.

IMG_5617klMit der übergroßen Fell-Fülle bei manchen neumodischen Linien der Wolfs- oder Zwergspitze kam auch die Unsitte auf, den Tieren einen Haarschnitt zu verpassen! Das Spitzfell sollte weder getrimmt, geschnitten oder gar geschoren werden, weil man es damit seiner isolierenden Schutzfunktion beraubt und das Tier kaum noch als Spitz zu erkennen ist. Hier noch ein sehr anschauliches Video von „feingemacht“: Abscheren verboten!

Eine komplette Dusche oder ein Vollbad mit Hundeseife ist nur ganz selten nötig, wenn sich der Hund in stinkendem Unrat gewälzt haben sollte. Der Sand nach so einer Beach-Party fällt von alleine wieder raus.

Wie alt werden Spitze und gibt es häufige Krankheiten?

Die Deutschen Spitze zählen mit zu den gesündesten Hunderassen mit einer Lebenserwartung von 15 Jahren oder mehr. Damit das auch so bleibt, werden die Zuchthunde auf verschiedene Defekte und Erkrankungen getestet:

Hüftgelenksdysplasie (HD): Die Gelenke werden in Vollnarkose geröntgt und das Ergebnis vom Zuchtverband ausgewertet. Verpaarungen sind nur mit Hunden ohne oder mit geringgradiger HD erlaubt. Durch eine gewissenhafte Aufzucht der Welpen kann der Entstehung einer HD vorgebeugt werden, aber durch Größe und Körperbau der Spitze bleiben selbst erwiesene Dysplasien meist ohne Symptome beim Hund.

Ellenbogendysplasie (ED): Kommt nur sehr selten vor, wird aber zusammen mit HD vorsichtshalber geröntgt.

Primäre Hyperparathyreoidose (PHPT): = primäre Überaktivität der Nebenschilddrüse. Die PHPT tritt bei Wolfsspitzen im Vergleich zu anderen Rassen gehäuft auf. Bei der Erkrankung kommt es zu einer Entgleisung des Kalziumstoffwechsels. Infolgedessen verkalken u.a. die Nieren, und der Hund stirbt an Nierenversagen. Betroffene Hunde fallen meist durch eine frühe Alterung auf. Viele Hunde sterben im Alter von ca. 8 Jahren.
Inzwischen wurde ein Gentest entwickelt, mit dem Wolfsspitze getestet werden können. Somit kann man betroffene Hunde von der Zucht ausschließen. Aber auch für Familienhunde bieten sich Vorteile: Wenn der Hund in frühem Alter getestet wird, kann bei positivem Ergebnis ein Vorsorgeprogramm durchgeführt werden. Damit erkennt man die Krankheit oft im Anfangsstadium und kann dann durch eine Therapie die Lebensqualität und -dauer des Hundes erhöhen.                                                                                       (www.spitzliebhaber-verein.de)

Progressive Retinaatrophie (PRA): Eine erbliche Augenerkrankung, an der die Hunde mit 4-5 Jahren erblinden. Bisher war die Großspitz-Population davon nicht betroffen, jedoch könnte sich durch das Einkreuzen eng verwandter Rassen wie dem American Eskimo Dog dieses Gen auch bei den Spitzen ausbreiten. Erkranken könnten aber nur Tiere, deren beide Eltern Träger des Gens sind, was durch einen Gentest vermieden werden kann. Ylva und die Deckrüden sind getestet und frei (PRA-Test), Aska stammt von PRA-freien Eltern und ist somit auch frei. (s. auch hier)

Keine Krankheit, aber doch wichtig zu wissen: Viele Spitze und auch andere Hunde vertragen das Narkosemittel Ketamin nicht  – es gab sogar schon Todesfälle! Wenn eine Narkose nötig wird, bitte den Tierarzt darauf hinweisen, kein Ketamin zu verwenden!

Verlangen Sie, dass man mit dem Hund auf Ausstellungen geht oder einem Verein beitritt?

Wir verlangen nur, dass sich die zukünftigen Besitzer ausführlich über die Rasse informiert haben. Beim Spitz ist es wichtig zu wissen, dass er nicht einfach ein Kläffer ist, sondern Hunderte von Jahren für das Wachen gezüchtet wurde. Wenn man dem Hund aber andere Beschäftigungsmöglichkeiten bietet, kann man ihn gut vom bedingungslosen Wachen ablenken. Einen gesunden Wachinstinkt wird er aber immer haben, den es durch Erziehung in die richtigen Bahnen zu lenken gilt. Bei dieser Rasse ist es sicher nicht nötig, die Wachsamkeit noch zu fördern. Einen wohlerzogenen Großspitz kann man überall mit hinnehmen und damit zu einem besseren Image der Rasse beitragen.
Ein Rasseclub fördert und unterstützt die Reinzucht einer Rasse. Das hilft dem Fortbestehen des Großspitzes mit seiner geringen Anzahl nachweislich reinrassiger Hunde auf jeden Fall. Rasseclubs konnten in den letzten Jahren sicher viel dazu beitragen, den Großspitz vor dem Aussterben zu bewahren.

Die Teilnahme an Ausstellungen liegt ganz im Ermessen der Hundebesitzer. Wir sind zwar nicht auf der Jagd nach Pokalen und Titeln, freuen uns aber doch immer, wenn unser Hund nicht nur in unseren Augen „der Schönste“ ist, sondern auch das Lob des Zuchtrichters erfährt. Vor allem aber freuen wir uns, auf Ausstellungen andere Spitze und ihre Menschen kennen zu lernen, Erfahrungen auszutauschen und diese seltene Rasse einem größeren Publikum präsentieren zu können! Wer sich mit dem Gedanken trägt, vielleicht selber zu züchten, sollte natürlich die ein oder andere Ausstellung besuchen. Es soll aber eine freie Entscheidung sein.
Hingegen erachten wir es als selbstverständlich, dass mit dem Welpen bald nach der Übernahme die Welpenspielstunde besucht wird (meistens darf man bis zur 16. Woche teilnehmen, es gilt also diese Zeit zu nutzen!). Dort erfahren Sie auch, was es später für Möglichkeiten gibt, sich mit dem Hund zu beschäftigen.                                 (Mit freundlicher Genehmigung von Susanne Klossner, „Großspitze vom Alpenspitz“)

Wie kann ich meinen Spitz sinnvoll beschäftigen?

IMG_2108Spitze sind geborene Wachhunde und werden diese Aufgabe immer zuverlässig erfüllen! Darüber hinaus möchten sie so oft wie möglich mit ihren Menschen etwas zusammen unternehmen:  Wenn Sie gerne wandern, spazierengehen oder Kanu fahren – der Spitz ist dabei! Sind Sie gerne etwas flotter unterwegs, begleitet er Sie auch beim Joggen oder Radfahren. Auch als Reitbegleithunde in Feld und Wald eignen sich Spitze besonders, da sie meist keine passionierten Jäger sind.

In letzter Zeit werden immer neue Hundesportarten angeboten, für die sich ein Spitz sicherlich begeistern lässt: Agility, Obedience, Trick-Dogging, Doggy-Fit, Longieren oder Dogdancing sind vergnügliche Freizeitaktivitäten, die die Bindung stärken und Hund & Mensch auch körperlich fordern.

IMG_7735Doch auch für „richtige“ Hundeberufe eignen sich die gelehrigen Tiere bestens: So kann man ihnen das Hüten von Geflügel oder anderen Tieren beibringen, sie können Spaß als Zughunde haben, können als Besuchs- oder Therapiehunde Menschen helfen oder als Rettungshunde Vermisste suchen und finden. Aber wie überall ist auch hier das rechte Maß wichtig, denn Hunde brauchen auch viel Zeit zum Ruhen und geistigen Verarbeiten all ihrer Erlebnisse und des Erlernten! (s. auch hier: In bester Absicht und doch zu viel)

Kann ich einen Spitz auch in der Wohnung halten?

Aber sicher! Es ist zwar bequemer, wenn man den Hund einfach mal in den Garten lassen kann, vor allem während der Erziehung zur Stubenreinheit; aber mit etwas gutem Willen und Organisation schafft man das auch in einer Etagenwohnung. Mein Wolfsspitz Prinz zog bei uns in einer Wohnung ein, was überhaupt kein Problem war.

Verträgt sich ein Spitz auch mit anderen Tieren?

Die Tiere, die der Hund möglichst schon als Welpe kennen lernt, wird er sicher problemlos akzeptieren. Es gibt viele Berichte von innigen Freundschaften zu Katzen, Kaninchen, Vögeln, Pferden und natürlich anderen Hunden. Kleintiere, die nicht eiligst flüchten, werden neugierig begutachtet. Mäusen würde ich allerdings dringend raten, so schnell wie möglich abzutauchen…

Was kostet bei Ihnen ein Hund?

Unsere Hunde sind keine Ware, wir „verkaufen“ sie nicht.  Wenn wir uns einig werden, dass ein Welpe zu Ihnen ziehen darf, und Sie den passenden Welpen bei uns gefunden haben, können Sie ihn für 500 € fest reservieren und zahlen uns bei Abholung weitere 1300 € als Entschädigung für seine Aufzucht. Ein Welpenpaket gibt es gratis dazu (Leine, Geschirr & Halsband, eine Decke, die nach Mama riecht, das gewohnte Futter, Impfpass, Ahnentafel, Ernährungsplan, Impfempfehlung, Spielzeug, einen USB-Stick voller Baby-Fotos und jede Menge guter Ratschläge für die neue Familie).